Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
28.11.2022, 17.00 Uhr
Durch die Hölle. Wie Stalking das Leben zerstört
Film von Christoph Müller, Medienprojekt Wuppertal e.V.
Der Begriff Stalking beschreibt das andauernde und wiederholte Nachstellen und Verfolgen einer Person durch eine andere.
Im Film kommen drei von Stalking Betroffene zu Wort - zwei Frauen und ein Mann. Ihre unterschiedlichen Fallgeschichten handeln von permanenten Grenzverletzungen, von Manipulation und Kontrolle durch den Partner, von Belagerung und Verfolgung. Stalking ist ein Verbrechen, das seine Opfer zerstören kann. Polizei und Justiz reagieren trotz verbesserter Gesetzeslage immer noch hilflos. Dennoch haben die Protagonisten des Films den Mut, offen über ihre Erfahrungen und ihren Überlebenskampf zu berichten.
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03.11.2022
Zur Situation der Frauen im Iran
Gespräch mit Armaghan Tabatabai
Seit September 2022 protestieren die Menschen im Iran gegen das theokratische Regime der Mullahs. Auslösendes Moment war der Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini in Teheran, die von der islamischen Sittenpolizei festgenommen und misshandelt worden war, weil ihr Kopftuch angeblich nicht richtig saß.
Unsere Gesprächspartnerin Armaghan Tabatabai stammt aus Teheran und lebt seit drei Jahren in Deutschland. Sie berichtete von der Situation der Frauen im Iran und dem Aufstand großer Teile der iranischen Gesellschaft, bei dem es nicht allein um Frauenrechte geht.
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02.11.2022
„Unsere wahre Identität sollte vernichtet werden“. Schicksale der Kinder des 20. Juli
Vortrag von Dr. Viola Schubert-Lehnhardt, Halle
Das Attentat vom 20. Juli 1944 war der bedeutendste Umsturzversuch des militärischen Widerstandes in der Zeit des Nationalsozialismus. Hitler ließ nur wenige Stunden nach der gescheiterten Tat verlautbaren, es sei nur eine ganz kleine Clique hinterhältiger Offiziere gewesen, die hinter dem Attentat auf ihn gestanden hätte. Dass das nicht stimmte, sollte sich bald herausstellen. Abzulesen war das auch an der großen Zahl von Kindern, die in ein Heim der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) in Bad Sachsa im Harz verschleppt wurden. 48 Kinder wurden dort zum Teil über viele Monate festgehalten, während ihre Väter zum Tode verurteilt, ihre Mütter als "Sippenhäftlinge" in Konzentrationslager und Gefängnisse gesperrt wurden.
Der Vortrag ging dem Schicksal der von der Gestapo in den Harz verbrachten Kindern nach und berichtete auch über die Dauerausstellung "Unsere wahre Identität sollte vernichtet werden", die im Gebäude der Tourist-Information in Bad Sachsa gezeigt wird.
Die Veranstaltung wurde angeboten im Rahmen des Projektes „LEB pro Demokratie – Mitmachorte im ländlichen Raum“, gefördert durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ und unterstützt durch die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.
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13.10.2022
Veranstaltung in der Hochschule Harz
WIE WIR WOLLEN
Dokumentarisches Filmprojekt von ‚Kollektiv KINOKAS‘ (Deutschland, 2021)
WIE WIR WOLLEN ist ein kollektives, filmisches Portrait, in dem 50 Individuen, die in Deutschland eine ungewollte Schwangerschaft abgebrochen haben, zu Wort kommen. Persönlich, nachdenklich, gespickt mit Witzen und Momenten der Empörung, bieten diese Erzählungen ein ermutigendes Gegennarrativ zum gesellschaftlichen Tabu rund um Abtreibungen.
In Deutschland, wo Abtreibungen immer noch als Straftat gelten und das ungeborene Leben unter rechtlichem Schutz steht, wird der Zugang weiterhin erschwert durch ein bundesweites Ärztinnenmangel sowie ein sich ausbreitendes Netzwerk an christlichen Fundamentalist*innen.
WIE WIR WOLLEN blickt über unsere gewohnten Sichtweisen hinaus, um kritisch zu hinterfragen, was es überhaupt bedeutet, eine freie Entscheidung zu treffen – in einer Gesellschaft, die Menschen durch cisheteronormative, rassistische, kapitalistische und be_hindertenfeindliche Strukturen unterdrückt. Welche Entscheidungsmöglichkeiten gibt es für wen und warum?
Im Jahr 2021 wurde Paragraph 218, der Abtreibungen in Deutschland unter Strafe stellt, 150 Jahre alt. Vor dem Hintergrund eines weltweiten Angriffs auf reproduktive Rechte, ist WIE WIR WOLLEN ein zeitgemäßer Beitrag zum internationalen Kampf für körperliche Selbstbestimmung.
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Nähere Informationen unter https://wiewirwollen.org/
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20.09.2022
Harzwölfin. Die Quedlinburger Expressionistin Dorothea Milde (1887 - 1964)
Fahrt nach Halberstadt und Besuch der Sonderausstellung im GLEIMHAUS Museum der deutschen Aufklärung

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Dorothea Milde – Grafikerin, Wandervogel-Führerin, Hundezüchterin und Quedlinburger Original – hatte ein schweres Leben und war von schwerem Gemüt. „Schwere“ ist auch der Schlüsselbegriff ihrer Kunst. Ihr Werk ist in nur rund 15 Jahren der künstlerischen Tätigkeit entstanden und packt den Betrachter in seiner Expressivität unmittelbar. In der Region ist die Erinnerung an die Künstlerin stets wach geblieben, ihre Kunst allerdings ist bislang weitgehend unentdeckt.
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10.09.2022
Auf den Spuren von Katharina der Großen
Fahrt nach Zerbst und Teilnahme an einem frauengeschichtlichen Stadtrundgang
Die kleine Stadt Zerbst ist ein FrauenOrt, der an Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst erinnert, die als russische Zarin Katharina II. (1729-1796) die mächtigste und einflussreichste Frau des 18. Jahrhunderts war. Die berühmte Herrscherin, auch Katharina die Große genannt, steht denn auch im Mittelpunkt unseres Stadtrundgangs. An zehn Stationen erfuhren wir Interessantes aus dem Leben der anhaltischen Prinzessin und ihrer Familie und erleben zugleich die Stadt Zerbst mit ihrer mehr als 1070 Jahre alten Geschichte.
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09.09.2022
Altstadtpassagen Forum Bunte Stadt, Gustav-Petri-Str. 12a in Wernigerode
rosaROT. Wanderausstellung zum Thema häusliche Gewalt
Ausstellungseröffnung
Die Ausstellung besteht aus 18 großformatigen Bannern, auf denen der Blick der Gesellschaft auf das Thema häusliche Gewalt als ein Blick durch die ‚rosarote Brille‘ dargestellt wird. “Das geht mich nichts an” und “Was kann ich schon tun?” sind ja geläufige Kommentare, die wir alle hinterfragen müssen. Zudem werden konkrete Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten aufgezeigt, mit denen man als Beobachterin bzw. Beobachter von Gewalt zur De-Eskalierung einer Gewaltsituation und Prävention von häuslicher Gewalt beitragen kann. Gleichzeitig möchte die Ausstellung dem Opfern Mut machen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Die Ausstellung wurde vom Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser e.V. erarbeitet. Auf Initiative des Frauenzentrums Wernigerode und mit Förderung durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt konnte sie auch in Wernigerode gezeigt werden. Dank gilt dabei den Altstadtpassagen Forum Bunte Stadt für die Bereitstellung der Fläche.
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30.06.2022, 19.00 Uhr
Remise, Marktstr. 1 in Wernigerode
"Effis Nacht" von Rolf Hochhuth
Szenische Lesung mit Nicole Haase und Michael Kind
Effis Nacht ist eigentlich Elses Nacht und meint jene Elisabeth Baronin von Ardenne, geb. Edle und Freiin von Plotho, die Theodor Fontane als Kunstfigur Effi Briest unsterblich machte, wenngleich er seine Effi im Roman früh sterben ließ. Elisabeth hingegen verstarb 1952 im Alter von 99 Jahren, mittellos und bis zuletzt als Krankenpflegerin arbeitend. Sie wurde damit Zeitzeugin von beinahe 100 Jahren bewegter deutscher Geschichte und damit geradezu eine perfekte Vorlage für den Dramatiker Hochhuth, der anhand historischer Persönlichkeiten immer wieder Fragen nach der persönlichen und gesellschaftlichen Verantwortung und Schuld stellt.
Effis Nacht ist eine Nacht im Kriegsjahr 1943; der Zweite Weltkrieg ist "ihr fünfter Krieg" inzwischen. Sie wacht am Bett eines Schwerverwundeten und so - als sei sie es, die ihre letzten Stunden vor sich hat - lässt sie vor diesem Hintergrund ihr eigenes Leben Revue passieren. Sie spannt einen Bogen von der weit zurückliegenden privaten Katastrophe bis zur gegenwärtigen ihres Vaterlandes. Ein Monolog zwar, aber dennoch ein vielstimmiger Text, der komprimiert die Komplexität eines langen Lebens und einer Epoche auszuleuchten versucht.
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Die Veranstaltung wurde gefördert von der Ilse-Holzapfel-Stiftung mit Sitz in Gotha.
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18.06.2022
Starke Frauen in Wolfenbüttel
Fahrt nach Wolfenbüttel und Teilnahme an einem frauengeschichtlichen Stadtrundgang
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In Wolfenbüttel begaben wir uns auf die Suche nach historischer Frauenpower. Der Stadtrundgang informierte über das Leben und Wirken von Anna Amalia Prinzessin zu Braunschweig-Lüneburg und Herzogin von Sachsen-Weimar, die zur Goethezeit den Musenhof in Weimar prägte, von Friederike Riedesel , die als Frau eines braunschweigischen Generals den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg erlebte und darüber schrieb, und von Anna Vorwerk, einer Frauenrechtlerin des 19. Jahrhunderts. Ausführliches erfuhren wir zudem über die Reformpädagogin Henriette Schrader-Breymann (1827-1899), der in Wolfenbüttel ein FrauenOrt gewidmet ist.
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23.05.2022
Geboren in Ravensbrück
Dokumentarfilm mit Ingelore Prochnow, Heike Rode, Klaus Prochnow, Frau Sonntag (Deutschland, 2021)
Der Film schildert die Geschichte einer der wenigen Überlebenden im KZ geborenen Kinder. Am 1. Dezember 1943 kam Ingelore Prochnows Mutter, im fünften Monat schwanger und gerade mal 19 Jahre alt, ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Der Grund ihrer Inhaftierung: „Verkehr mit einem Polen“. Im April des folgenden Jahres brachte sie ihre Tochter Ingelore zur Welt. Wie durch ein Wunder überlebte Ingelore ein Jahr lang bis zur Befreiung im April 1945. Sie wuchs bei Adoptiveltern auf, erfuhr erst 40 Jahre später von den Umständen ihrer Geburt und machte sich auf die Suche nach ihrer Geschichte und nach möglichen Angehörigen.
Ein Film vollzieht diese Suche und die Geschichte nach. Es geht um fehlende Erinnerungen, offene Fragen und das Erinnern ohne eigene Erinnerung. Ingelore findet bis heute Trost und Anerkennung im Engagement um das Gedenken und den Treffen mit anderen Überlebenden und deren Angehörigen. Sie haderte lange mit ihrer Rolle als Überlebende; fehlt ihr doch die eigene Erinnerung an das KZ. Wie kann sie denn als so etwas wie eine Zeitzeugin gelten, wenn sie nichts bezeugen kann.
  
Die Veranstaltung wird angeboten im Rahmen des Projektes „LEB pro Demokratie – Mitmachorte im ländlichen Raum“, gefördert durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ und unterstützt durch die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.
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18.05.2022
Zur Entstehung und den Debatten um das Prostituiertenschutzgesetz in Deutschland
Vortrag von Dr. Viola Schubert-Lehnhardt, Halle
Der Vortrag gibt einen Überblick über historische Wertungen von Prostitution und die Versuche ihrer Regelung. Dargestellt werden die Begründungen für die Einführung des Prostitutionsgesetzes (2002) und des Prostitutionsschutzgesetzes (2017) in Deutschland. Zudem werden internationale regelungen zur Prostitution und deren Ergebnisse erläutert. Nicht zuletzt stellt die Referentin Texte vor, in denen betroffene Frauen zu Wort kommen.
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27.04.2022
Literaturkreis
Brigitte Hamann: Bertha von Suttner. Kämpferin für den Frieden
Buchbesprechung von Irmtraut Blume
Bertha von Suttner (1843-1914) war eine österreichische Pazifistin und Friedensforscherin. Sie war die prominenteste politische Journalistin ihrer Zeit und Begründerin der ‚Österreichischen Gesellschaft der Friedensfreunde‘. 1905 erhielt Bertha von Suttner als erste Frau den Friedensnobelpreis. Den meisten ihrer Zeitgenossen galt sie jedoch als Utopistin, vielfach sogar als Närrin. Ihr berühmter, immer verzweifelter klingender Ruf „Die Waffen nieder!“ verhallte wirkungslos und konnte den ersten Weltkrieg nicht aufhalten.
Brigitte Hamann hat den ungewöhnlichen Lebensweg Bertha von Suttners, der geborenen Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau, aufgezeichnet und stellt uns die ‚Friedensbertha‘ als eine Frau vor, die Zeit ihres Lebens gegen überholte Konventionen, gegen die Unterdrückung der Frauen und gegen Antisemitismus kämpfte.
Die Veranstaltung wird angeboten im Rahmen des Projektes „LEB pro Demokratie – Mitmachorte im ländlichen Raum“, gefördert durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ und unterstützt durch die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.
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23.04.2022
Geschichten und Geschichte über Magdeburger Frauenleben
Fahrt nach Magdeburg und Teilnahme an einer frauengeschichtlichen Führung rund um den Fürstenwall
Die Kulturwissenschaftlerin Nadja Gröschner erinnerte bei ihrer kurzweiligen Führung über den Magdeburger Fürstenwall an bedeutende Frauen, die die Geschichte der Stadt geprägt haben. So erfahren wir von der ersten Frauenrechtlerin Louise Aston, von der Mystikerin Mechthild von Magdeburg und von Anna Louise Karsch, der ersten deutsche Schriftstellerin, die von ihrer Kunst auch leben konnte. Erinnert wird zudem an Angela Davis als die einzige Ehrenbürgerin der Stadt.
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08.03.2022
Remise, Marktstr. 1 in Wernigerode
Clara Schumann. Die Kunst – mein Leben
Schauspiel, Lesung & Klaviermusik
Mit Judith Kruder und Lucia Keller vom Ensemble Theatrum Hohenerxleben
Die Frauengeschichtsschreibung hat sich lange Zeit schwer getan mit der Einordnung von Clara Schumann (1819-1896). Hatte doch die jugendliche Virtuosin Clara Wieck, die schon mit 18 Jahren als eine der besten Pianistinnen ihrer Zeit galt, eine glänzende Karriere abgebremst, als sie vor Gericht die Eheschließung mit Robert Schumann erstritt. Gegen den Vater, der ihr Lehrer und Manager war. Und für einen Ehemann, dem sie sich auch künstlerisch verbunden fühlte, der sie aber schon bald auf ihren ‚Hauptberuf als Mutter‘ hinwies. Acht Kindern,von denen sie einige überlebte, hat Clara Schumann das Leben geschenkt.
Die Schauspielerin Judith Kruder hat Briefe und Tagebuchaufzeichnungen Clara Schumanns sowie Original-Texte ihrer Zeitgenossen und Mitstreiter studiert und daraus eine Szenenfolge entwickelt, die Jugend und frühe Jahre mit Robert Schumann abbilden. Sichtbar wird darin die außerordentliche Begabung der jungen Frau, aber auch Liebe, Stärke, Mut und Selbstbewusstsein – Ressourcen, die die Meisterung ihres weiteren Lebens mitbestimmen: Als Robert Schumann erkrankt und später stirbt, lasten auf Clara alle Kosten für die Versorgung der Familie. Sie gibt wieder Konzerte, wird gefeiert in ganz Europa und lebt dabei rastlos aus dem Koffer. Sie ist zudem kluge Herausgeberin der Werke ihres Mannes und ihrer eigenen Kompositionen und zuletzt Professorin am Hoch‘schen Konservatorium in Frankfurt am Main.
Judith Kruder gestaltete den Abend gemeinsam mit der jungen Pianistin Lucia Keller, deren Interpretationen der Werke von Clara und Robert Schumann Teil der Inszenierung waren.
Die Veranstaltung war eine Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Wernigerode.
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07.03.2022
Fußgängerzone in der Breiten Str. in Wernigerode
Equal Pay Day – 7. März 2022
Der Equal Pay Day, der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap). Die Ursachen für diese Lohnlücke sind vielfältig und liegen u. a. in den weiblichen Berufsbiographien und ihren Bedingungen, in der Unterbewertung der weiblichen Berufs- und Familienarbeit, zuweilen aber auch in der ungleichen Bezahlung gleicher oder gleichwertiger Arbeit im konkreten Fall.
Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2020 verdienen Frauen in Deutschland rund 18 Prozent weniger als Männer. Rechnet man den Wert von 18 Prozent in Tage um, arbeiten Frauen vom 1. Januar an 66 Tage umsonst. Der Equal Pay Day 2022 war daher der 7. März.
Wir haben an diesem Tag in der Wernigeröder Fußgängerzone Infomaterial und Equal Pay Day-Baumwolltaschen an Frauen verteilt. Die Taschen hatten wir vorher um 18 Prozent gekürzt, damit deutlich erfahrbar wird: Wenn Frauen weniger verdienen, können sie auch weniger einkaufen.
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05.03.2022
Ratswaage im Rathaus, Marktplatz 1 in Wernigerode
Wernigerode – eine lebenswerte Stadt für Frauen?!
Workshop und Frauenfrühstück aus Anlass des Internationalen Frauentags
2021 haben die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt und das Frauenzentrum die Online-Befragung „Wernigerode – eine lebenswerte Stadt für Frauen?!“ initiiert. Die Befragung betraf die Lebens- und Berufssituation von Frauen in Wernigerode. Ihre Ergebnisse sollten genutzt werden, um Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft entsprechend den Bedürfnissen von Frauen zu erarbeiten, aber auch um die Angebote des Frauenzentrums im Bereich der Bildung und Beratung von Frauen zu verbessern.
In der Veranstaltung wurde nun die Auswertung der Online-Befragung vorgestellt. In der sich anschließenden Diskussion ging es vorwiegend um das bezahlbare Wohnen in der Kernstadt Wernigerodes und um Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Hier gibt es große Defizite. Ein gutes Ergebnis des Workshops war die Verabredung, sich regelmäßig zu treffen, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Organisation des für den Herbst 2022 geplanten Workshops übernimmt die Gleichstellungsbeauftragte; eingeladen sind alle Frauen, insbesondere die Stadträtinnen.
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02.03.2022
Literaturkreis
Torsten Körner: In der Männerrepublik. Wie Frauen die Politik eroberten
Buchvorstellung von Dr. Viola Schubert-Lehnhardt
Derzeit sitzen 256 Frauen im Deutschen Bundestag. Dies entspricht einem Frauenanteil von 34,8 % und ist ein (langsamer) Fortschritt im Vergleich zur ersten Legislaturperiode von 1949 -1953 mit gerade mal 6,8%. Von Geschlechtergerechtigkeit bei der Mandatsverteilung kann aber noch lange nicht gesprochen werden.
Torsten Körners Buch In der Männerrepublik widmet sich den Wegbereiterinnen und erzählt die politische Geschichte der BRD aus weiblicher Perspektive. Im Zentrum stehen Protagonistinnen aller Parteien, die sich während der Bonner Republik in der Männerbastion Bundestag durchsetzten. Ihre Lebenswege sind geprägt von politischen und privaten Dramen, denn für ihren Einsatz bezahlten sie mitunter einen hohen persönlichen Preis.
Viele sprechen in diesem Buch das erste Mal darüber, wie die Politik ihr Leben veränderte, wie ihr permanenter Einsatz zu schmerzhaften Trennungen und Entfremdungen führte, wie Politik sie süchtig machte oder mit welchen Mitteln die Männer aller Parteien sie bekämpften. Entstanden ist eine Chronik des Kampfs um politische Gleichberechtigung, der bis heute anhält.
Die Veranstaltung wurde angeboten im Rahmen des Projektes „LEB pro Demokratie – Mitmachorte im ländlichen Raum“, gefördert durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ und unterstützt durch die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.
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24.01.2022
Leseabend
Ginette Kolinka: Rückkehr nach Birkenau. Wie ich überlebt habe
Buchvorstellung von Irmtraut Blume
Im März 1944 wird Ginette Kolinka zusammen mit Vater, Bruder und Neffen von Avignon nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Ginette ist die Einzige, die Monate später nach Paris zurückkehrt. In ihren Erinnerungen schildert sie eindringlich, wie sie die Schläge, den Hunger, die Kälte, die Nacktheit, den Hass, das Grauen im Lager überlebt hat. Und sie erzählt, wie notwendig das Festhalten an der Weiblichkeit für sie war. Ein Kleid, das ihr im Lager geschenkt wurde, gab ihr Würde und Kraft zum Überleben. Ginette Kolinka hat über die Monate in Auschwitz-Birkenau lange geschwiegen. Ihr außergewöhnlicher Lagerbericht erschien erst 2019 und stieß in Frankreich auf ein großes Echo.
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